Was steckt hinter einem Studiengang wie Informationsdesign – und wie fühlt es sich an, kreativ und gleichzeitig technisch zu arbeiten? Diese Frage beantworteten zwei Gruppen elf- und zwölfjähriger Mädchen am Girls‘ Day 2026 an der HdM Stuttgart am 24. April ganz praktisch: mit dem Entwurf eines eigenen Logos.
Die Aufgabe bestand darin, ein persönliches Monogramm oder einen Schriftzug zu gestalten – aus den Anfangsbuchstaben des eigenen Namens oder eines selbst gewählten Begriffs. Dafür stand ein Zeichenprogramm zur Verfügung, das Professor Ralph Tille speziell für diesen Workshop entwickelt hatte. Die Software ist bewusst auf das Wesentliche reduziert und führt direkt zu einem greifbaren Ergebnis: Die fertigen Vektorgrafiken wurden anschließend per Schneidplotter präzise auf Klebefolie übertragen – ein Verfahren, bei dem eine Zeichnung so ausgeschnitten wird, dass sie sich auf nahezu jede Oberfläche aufkleben lässt. Der Workshop wurde unterstützt von Marlena und Paul, einer Tutorin und einem Tutor des Studiengangs.
Der Einstieg gelang schnell. Nach einer kurzen Übungsphase entwickelten die Teilnehmerinnen ihre Entwürfe zunehmend eigenständig und verfeinerten sie Schritt für Schritt. Knapp anderthalb Stunden später hielten sie ihre fertigen Folien in den Händen – individuell, selbst erdacht und selbst umgesetzt. Die Begeisterung war spürbar: Manche vergaßen darüber fast die Mittagspause.
„Ich bin überrascht und fasziniert, wie ambitioniert und gleichzeitig fokussiert die Mädchen mit dem Programm gearbeitet haben. Man bemerkte auch den Stolz, selbstständig etwas Eigenes hergestellt zu haben“, sagt Prof. Tille. Der Workshop macht deutlich, worum es im Informationsdesign im Kern geht: Ideen entwickeln, sie mit den richtigen Werkzeugen umsetzen und dabei sowohl gestalterisch als auch technisch denken. Dass das bereits mit elf Jahren funktioniert, hat der Girls‘ Day 2026 eindrücklich gezeigt.
Text: Ralph Tille
Fotos: Ralph Tille und Simon Wiedrich